Ein erzgebirgischer Schwibbogen ist ein bogenförmiger Leuchter, der heute besonders als Weihnachtsschmuck verwendet wird. Seine Geschichte ist mit dem Bergbau und Metallhandwerk des Erzgebirges verbunden. Die Bezeichnung umfasst unterschiedliche Materialien, Motive und Bauformen.
Veröffentlicht und Quellen geprüft: 20. September 2026
Schwibbögen: Kerndaten
- Begriff
- Erzgebirgischer Schwibbogen; Mehrzahl: Schwibbögen
- Englische Bezeichnung
- Schwibbogen; Erzgebirge candle arch
- Art
- Leuchter und Gegenstand erzgebirgischer Fest- und Alltagskultur
- Historischer Bezug
- Johanngeorgenstadt im sächsischen Erzgebirge
- Ältester bekannter erhaltener Bogen
- 1740; die Datierung wurde bei Arbeiten im Jahr 2003 freigelegt [1]
- Materialien
- Historische Metallarbeiten; später verbreitete Holzarbeiten und heutige Materialvarianten [2]
Schwibbögen: historische Eckpunkte
Der Förderverein Pferdegöpel dokumentiert den auf 1740 datierten Johanngeorgenstädter Bogen und seinen Zusammenhang mit dem bergmännischen Umfeld. Das Datum bezeichnet ein erhaltenes Objekt. Es beweist nicht, wann der allererste Schwibbogen hergestellt wurde. [1]
Das verbreitete Motiv mit zwei Bergleuten, Schnitzer und Klöpplerin geht auf einen Entwurf von Paula Jordan zurück. Es wurde zum Zeichen der Schwarzenberger „Feierohmdschau“ von 1937/38. Das Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde ordnet seine damalige Verbreitung auch in die nationalsozialistische Kulturpolitik ein. Der Schwibbogen als Objektform ist deutlich älter als dieses Motiv. [3]
Schwibbögen: Name und Deutung der Form
Der Name verweist auf den architektonischen Schwebebogen. Warum die frühe Leuchterform als Bogen gestaltet wurde, ist nicht abschließend geklärt. Die Deutung als Himmelsbogen stützt sich auf Sonne, Mond und Sterne in historischen Motiven. Für eine ursprüngliche Nachbildung eines Stollenmundlochs nennt der Förderverein keine historischen Belege. [2]
Eine Lichterspitze hat eine andere Grundform als der klassische Bogen. Das Wort „Lichterbogen“ wird heute auch für weiter gefasste Gestaltungen verwendet. Name und Motiv allein belegen keinen bestimmten Herstellungsort.
Schwibbögen: Materialien und Verwendung
Metall gehört zu den frühen Werkstoffen; Holz verbreitete sich später. Die Kerzenzahl variiert zwischen historischen Stücken. Eine einzige verbindliche Zahl lässt sich daraus nicht ableiten. [2]
Bei einem konkreten Schwibbogen sind Material, Beleuchtung und Eignung für Innen- oder Außenräume anhand der jeweiligen Produktangaben zu beurteilen. Allgemeine Aussagen zur Tradition ersetzen keine Angaben zum einzelnen Modell.
Schwibbögen: Quellen und weiterführende Beiträge
- Förderverein Pferdegöpel: Bergmetten und Datierung des ältesten erhaltenen Bogens
- Förderverein Pferdegöpel: Gestaltung, Name, Materialien und Kerzenzahlen
- ISGV: Fundstück im Dezember 2020 – Paula Jordan und die Feierohmdschau
Vertiefung auf Bergbaukalender.de: Die Geschichte des Schwibbogens und Bergbau-Wissen: Fakten und Einordnung. Diese Referenzseite behandelt den Schwibbogen als kulturgeschichtlichen Gegenstand; Angaben zu bestimmten Verkaufsartikeln stehen auf den jeweiligen Produktseiten.