KALENDERARCHIV / 2002
Bergbaukalender 2002 – Risse vom Bergbau
Der Bergbaukalender 2002 widmet sich historischen Grubenrissen und technischen Zeichnungen. Die Monatsblätter verbinden diese Dokumente mit Fotografien sächsischer Bergbaustandorte: von Brand-Erbisdorf und Freiberg über Altenberg und Marienberg bis nach Johanngeorgenstadt und Zinnwald. So begegnen gezeichnete Grubenbaue den sichtbaren Spuren über und unter Tage.
Seit 1994 gestaltet René König den Original Sächsischen Bergbaukalender. Dieses Bildarchiv zeigt das Titelblatt und alle zwölf Monatsblätter des Jahrgangs 2002. Die Beschreibungen erläutern die Motive anhand der Kalenderabbildungen und der überlieferten Begleittexte.
9. Ausgabe · 13 Kalenderblätter · Gestaltung: René König

Titelblatt · 2002
Risse vom Bergbau – St. Catharina in Schneeberg
Das Titelblatt stellt einen farbigen Grubenriss in den Mittelpunkt. Häuser an der Tagesoberfläche stehen über einer Darstellung von Schächten und untertägigen Strecken. Die überlieferten Erläuterungen ordnen das Motiv St. Catharina in Schneeberg und dem 19. Jahrhundert zu. Mit dieser Verbindung von Ortsansicht und Grubengebäude eröffnet der Kalender sein Jahresthema „Risse vom Bergbau“.
Bildtext
Schneeberg • St. Catharina, 19. Jh.; Sammlung TU Bergakademie Freiberg; Bibliothek; Wissenschaftlicher Altbestand - Sign.: 1178

Januar · 2002
Goldene Rose in Brand-Erbisdorf
Der Januar verbindet den historischen Riss der Goldenen Rose mit einer winterlichen Ansicht von Gebäuden in Brand-Erbisdorf. Die Zeichnung von Martin Hörnigk aus dem Jahr 1678 zeigt beschriftete Grubenbereiche und ihre räumliche Anordnung. Darunter erstreckt sich die verschneite Außenaufnahme über zwei Bildfelder. Historische Vermessung und fotografische Ortsansicht treten so auf einem Monatsblatt nebeneinander.
Bildtext
Brand-Erbisdorf • Goldene Rose, Martin Hörnigk; 1678 Sammlung TU Bergakademie Freiberg; Bibliothek; Wissenschaftlicher Altbestand - Sign.: 996

Februar · 2002
Hohe Birke bei Freiberg
Ein Riss aus dem 17. Jahrhundert zeigt die Grube Hohe Birke bei Zug nahe Freiberg. Eine große blau angelegte Fläche prägt die historische Darstellung, in der senkrechte und waagerechte Grubenbaue verzeichnet sind. Die Fotografien führen in den Hüttenstollen auf dem Hohe Birke Stehenden. Enge Felsgänge und die darin sichtbaren Personen vermitteln einen Eindruck von den Größenverhältnissen unter Tage.
Bildtext
Zug (bei Freiberg) • Hohe Birke, 17. Jh.; SächsBergAFG - Sign.: C 3000 (Makro 11520) • Hüttenstollen auf dem Hohe Birke Stehenden

März · 2002
Markus Röhling bei Frohnau
Das Märzblatt zeigt einen Riss von Gottlob Friedrich Müller aus dem Jahr 1825 zum Bergbau bei Markus Röhling. Schächte und Strecken sind in einer übersichtlichen Schnittdarstellung angeordnet. Die begleitenden Fotografien zeigen laut Erläuterungen die Radstube am Kunstschacht Markus Röhling und den Jungen St. Andreas Stollen bei König David. Felsflächen und gemauerte Bögen ergänzen die Linienzeichnung um Ansichten erhaltener Grubenräume.
Bildtext
Frohnau • Markus Röhling, Gottlob Friedrich Müller; 1825; Sammlung TU Bergakademie Freiberg; Bibliothek; Wissenschaftlicher Altbestand - Sign.: 1124a • Radstube am Kunstschacht Markus Röhling • Junger St. Andreas Stollen bei König David

April · 2002
Thurmhof in Freiberg
Der farbig gestaltete Riss zum Thurmhofer Bergbau füllt den Hintergrund des Aprilblatts. Der Begleittext nennt C. F. Schwalbe und die Datumsangabe „1749 (1608)“. Rechts sind zwei Fotografien mit gemauertem Ausbau unter Tage eingefügt. Als Fotomotive führt der Begleittext den Thurmhofer Hilfsstollen auf dem Thurmhof Stehenden und den Hüttenstollen auf dem Hohe Birke Stehenden an. Die genaue Zuordnung zu den beiden Bildfeldern bleibt darin offen.
Bildtext
Freiberg • Thurmhof, C. F. Schwalbe; 1749 (1608); SächsBergAFG - Sign.: C 988 (Makro 11375) • Thurmhofer Hilfsstollen auf dem Thurmhof Stehenden) • Hüttenstollen auf dem Hohe Birke Stehenden

Mai · 2002
Altenberg und die Pinge
Das Maiblatt führt nach Altenberg zum Bergbau von Vereinigt Feld im Zwitterstock. Über der Luftaufnahme liegt ein historischer Riss von F. J. Weiß mit einem Geflecht farbiger Linien und beschrifteter Grubenbereiche. Die Fotografie zeigt die Bergstadt mit der großen Pinge, die unmittelbar an die Bebauung anschließt. Riss und Ortsansicht erschließen denselben Bergbaustandort aus unterschiedlichen Blickrichtungen.
Bildtext
Altenberg • Vereinigt Feld im Zwitterstock, F. J. Weiß; 1856 (-72); SächsBergAFG - Sign.: C 593 (Makrol1355/1) • Bergstadt Altenberg mit Pinge

Juni · 2002
Bergbau um Marienberg
Eine Karte von Elias Morgenstern aus dem Jahr 1640 bildet den oberen Teil des Juniblatts. Sie zeigt das bergbauliche Umfeld von Marienberg mit Gebäuden, Waldflächen und verschiedenfarbigen Linien. Darunter stehen zwei Fotografien aus dem Neuglücker Stollen im Kiesholz. Die deutlich sichtbaren gemauerten Bögen und Stützen lenken den Blick auf den Ausbau unter Tage und ergänzen die historische Landschaftsdarstellung.
Bildtext
Wolkenstein, Marienberg • Bergbau um Marienberg, Elias Morgenstern, 1640; HStAD - Sign.: XliI.I. 3 • Neuglücker Stollen im Kiesholz

Juli · 2002
Schachtzeichnung und Radstube
Der Begleittext ordnet das Julimotiv der Grube Neuer Morgenstern in Freiberg zu. Er nennt eine Zeichnung von Carl Heinrich Döring aus dem Jahr 1816 sowie die Radstube des Kunstschachtes Neuer Morgenstern als Fotomotiv. Zwei langgestreckte technische Ansichten stehen neben Fotografien eines hohen, schmalen Grubenraums mit hölzernen Einbauten. Eine Person im unteren Bildfeld vermittelt einen Eindruck von dessen Größenverhältnissen.
Bildtext
Freiberg • Neuer Morgenstern, Carl Heinrich Döring; 1816; Sammlung TU Bergakademie Freiberg; Bibliothek; Wissenschaftlicher Altbestand - Sign.: Bergmännisches Spezimen Nr. 1635 • Radstube des Kunstschachtes Neuer Morgenstern

August · 2002
Marienschacht in Bannewitz
Der August verbindet eine Architektur- und Maschinenzeichnung des Marienschachts in Bannewitz mit zwei Fotografien. Die von Veit Haustein stammende Zeichnung zeigt laut Erläuterungen den Zustand um 1930. Unten stehen ein Teufenzeiger und eine Außenansicht des Malakoff-Förderturms mit den anschließenden Gebäuden. So vereint das Blatt technische Anzeige, historische Darstellung und fotografische Ansicht der Schachtanlage.
Bildtext
Bannewitz • Marienschacht, Veit Haustein (Zustand um 1930); VH • Teufenzeiger • Malakoff-Förderturm

September · 2002
Wassersäulenmaschine in Gersdorf
Das Septemberblatt widmet sich der Grube Segen Gottes in Gersdorf. Eine technische Zeichnung von G. T. Fischer aus dem 19. Jahrhundert bildet den Hintergrund. Die darüber angeordneten Fotografien zeigen laut Erläuterungen die Wassersäulenmaschine von 1833 im Joseph-Schacht. Rostfarbene Maschinenteile stehen den fein gezeichneten Bauteilen gegenüber. Der Vergleich macht die Verbindung zwischen technischer Überlieferung und erhaltenem Maschinenbestand sichtbar.
Bildtext
Gersdorf • Segen Gottes, G. T. Fischer; 19. Jh.; SächsBergAFG - Sign.: H 20104 (Makro 7977) • Wassersäulenmaschine (1833) Joseph-Schacht

Oktober · 2002
Uranbergbau in Johanngeorgenstadt
Ein dichtes Netz farbiger Linien bestimmt den Riss auf dem Oktoberblatt. Die Erläuterungen ordnen ihn dem Objekt 01 der SAG Wismut in Johanngeorgenstadt um 1950 zu. Ein hervorgehobener Ausschnitt und die untertägige Fotografie ergänzen die Gesamtzeichnung. Als fotografische Motive sind Uranerzabbau und die Erzrolle am Schaarschacht genannt. Die Darstellung verbindet die Übersicht über Grubenbaue mit einem Blick auf hölzerne Einbauten unter Tage.
Bildtext
Johanngeorgenstadt • SAG Wismut Objekt 01, um 1950; MD • Uranerzabbau • Erzrolle Schaarschacht

November · 2002
Tiefer Bünau Stollen in Zinnwald
Der historische Riss von Emanuel Heinrich Hesse aus dem Jahr 1806 zeigt den Bergbau bei Zinnwald. Beschriftete Felder und verschiedenfarbige Linien gliedern die Zeichnung. Die darunter angeordneten Fotografien führen in einen Abbau im Tiefen Bünau Stollen. Zu sehen sind ein niedriger Grubenraum, hölzerne Stützen und aufgeschichtetes Gestein. Sie ergänzen die flächige Darstellung des Risses um die räumlichen Verhältnisse unter Tage.
Bildtext
Zinnwald • Tiefer Bünau Stollen, Emanuel Heinrich Hesse; 1806; Sammlung TU Bergakademie Freiberg; Bibliothek; Wissenschaftlicher Altbestand - Sign.: 1121 • Abbau im Tiefen Bünau Stollen

Dezember · 2002
St. Donat in Freiberg
Den Abschluss des Jahrgangs bildet St. Donat in Freiberg. Der Riss von J. T. Moßdorf aus dem Jahr 1755 zeigt Schächte und Strecken unter einer angedeuteten Tagesoberfläche. Darunter lenken die Fotografien den Blick auf eine Inschrifttafel und eine Person im dunklen Grubenraum. Die Erläuterungen benennen die Tafel mit „Hans Benel – 1576“. Zeichnung und Inschrift verweisen damit auf unterschiedliche historische Zeugnisse desselben Bergbaustandorts.
Bildtext
Freiberg • St. Donat, J. T. Moßdorf; 1755; SächsBergAFG - Sign.: J 1764 (alt: Il.e.k.8) • Tafel mit Inschrift Hans Benel - 1576