Bergbaukalender · Region entdecken
Fakten Erzgebirge.
Zwei Länder. Eine Landschaft.
Unzählige Geschichten.
Zwischen Sachsen und Böhmen erzählen Berge, Bergstädte und Menschen von einer Region, die seit Jahrhunderten von Natur und Bergbau geprägt wird.
Das Erzgebirge entdecken ↓
Eine Landschaft · zwei Seiten
Das Erzgebirge entdecken
Das Erzgebirge verbindet Sachsen und Böhmen. Entdecken Sie Landschaften, Bergstädte und Menschen auf beiden Seiten der Grenze.
Deutschland · Sachsen
Das deutsche Erzgebirge
Landschaften, Bergstädte und Traditionen auf sächsischer Seite.
Deutsches Erzgebirge entdecken →Tschechien · Böhmen
Das tschechische Erzgebirge
Krušné hory: Landschaft und Bergbaugeschichte auf böhmischer Seite.
Tschechisches Erzgebirge entdecken →Die wichtigsten Eckdaten
Das Erzgebirge auf einen Blick
- Lage: Mittelgebirge im Süden Sachsens und im Norden Böhmens in Tschechien.
- Tschechischer Name: Krušné hory.
- Höchster Berg des Erzgebirges: Keilberg / Klínovec, 1.244 Meter, in Tschechien.
- Höchster Berg auf deutscher Seite: Fichtelberg, 1.215 Meter.
- Freiberger Silberbergbau: 1168 gilt als traditionelles Jahr des Silberfundes bei Christiansdorf, dem heutigen Freiberg.
- Bergakademie Freiberg: 1765 gegründet.
- UNESCO-Welterbe: Die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří wurde 2019 aufgenommen.
- Welterbe-Bestandteile: 22 – davon 17 in Sachsen und fünf in Tschechien.
- Erzgebirgskreis: 312.522 Einwohner (30. Juni 2026) und 1.828 Quadratkilometer Fläche. Der Landkreis ist nur ein Teil der Erzgebirgsregion.
Quellen: Regionalmanagement Erzgebirge – Geografie, Welterbe Montanregion – Bergbaugeschichte, TU Bergakademie Freiberg – Geschichte, Deutsche UNESCO-Kommission, Statistisches Landesamt Sachsen – Einwohnerzahlen (Excel) und Landkreisprofil Erzgebirgskreis – Fläche.
Wichtig für alle Zahlen: Das Erzgebirge als Gebirge und Kulturregion, der Erzgebirgskreis als Verwaltungsgebiet und die UNESCO-Welterbestätte bezeichnen unterschiedliche Gebiete. Eine Einwohnerzahl des Landkreises ist deshalb keine Einwohnerzahl des gesamten Erzgebirges.
Sachsen und Böhmen
Eine Landschaft. Zwei Länder.
Das Erzgebirge erstreckt sich entlang der deutsch-tschechischen Grenze. Auf sächsischer Seite steigt das Gelände über weite Strecken allmählich zum Gebirgskamm an; auf böhmischer Seite fällt es deutlich steiler in Richtung Egertal ab. Diese Form wird als Pultscholle bezeichnet.
Die Landschaft ist geprägt von bewaldeten Höhen, Hochflächen, Flusstälern und Siedlungen, die eng mit der Geschichte des Bergbaus verbunden sind. Zur Region gehören sowohl bekannte Wintersportorte als auch historische Bergstädte und ländlich geprägte Orte.
Fichtelberg und Keilberg: die höchsten Berge
Der 1.244 Meter hohe Keilberg, tschechisch Klínovec, ist der höchste Gipfel des gesamten Erzgebirges. Auf deutscher Seite ist der Fichtelberg bei Oberwiesenthal mit 1.215 Metern der höchste Berg. Beide liegen nahe der Grenze. Wer von „dem höchsten Berg des Erzgebirges“ spricht, sollte daher zwischen dem gesamten Gebirge und der deutschen Seite unterscheiden.

Wo liegt das Erzgebirge?
Von Sachsen nach Böhmen.
Die Karte zeigt das Erzgebirge, seine Flüsse und Gipfel sowie die deutsch-tschechische Grenze. Sie dient der geografischen Orientierung.

Wo alles begann
Eine Region, geprägt vom Bergbau.

Seinen Namen verdankt das Erzgebirge den Erzen, die hier über Jahrhunderte gesucht, gewonnen und verarbeitet wurden. Silber spielte eine besonders prägende Rolle; hinzu kamen unter anderem Zinn, Eisen, Kupfer, Kobalt und später Uran. Bergwerke, Hütten, Wasseranlagen und Verkehrswege veränderten die Landschaft und bildeten die Grundlage für viele Orte und Gewerbe.
Die Bezeichnung „Erzgebirge“ ist laut Welterbe Montanregion erstmals 1527 in Bergwerksakten nachgewiesen. Ältere Bezeichnungen für das Gebiet lauteten unter anderem Böhmischer Wald oder Böhmisches Gebirge.
1168: Silberfund und erstes Berggeschrey
Das Jahr 1168 gilt als traditioneller Beginn des Freiberger Silberbergbaus. Bei Christiansdorf, im Bereich des heutigen Freiberg, wurde Silbererz entdeckt. Die Nachricht von den Funden lockte Bergleute, Handwerker und Händler an. Eine solche Nachricht von aussichtsreichen Erzvorkommen und den folgenden Zustrom bezeichnet man als Berggeschrey.
Bereits vor dem mittelalterlichen Silberbergbau wurde in Teilen des Erzgebirges Zinn gewonnen: Archäologische Funde belegen Zinnbergbau in der Bronzezeit. 1168 beschreibt also einen wichtigen Beginn der mittelalterlichen Freiberger Bergbaugeschichte, nicht den ersten Rohstoffabbau überhaupt.
Das zweite Berggeschrey
Ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts führten neue Silberfunde zu einem weiteren Aufschwung. Zu den bedeutenden Fundorten gehörten Schneeberg ab 1470, das Gebiet am Schreckenberg bei Annaberg ab 1491/92 und St. Joachimsthal, heute Jáchymov, ab 1516. Bergstädte wuchsen, neue Siedlungen entstanden und die Technik zur Förderung und Entwässerung der Gruben wurde weiterentwickelt.
Die in Joachimsthal geprägten Taler wurden weit über die Region hinaus bekannt. Ihr Name wirkt bis heute im Wort „Dollar“ nach.
Vom Silber zum Uran
Die Bedeutung einzelner Rohstoffe veränderte sich im Laufe der Zeit. Nach dem Silberbergbau spielten unter anderem Zinn und Kobalt eine wichtige Rolle. Im 20. Jahrhundert prägte der Uranbergbau der Wismut Teile der Region. Nach dem Ende der Gewinnung wurden und werden ehemalige Betriebsflächen saniert. Historischer Bergbau, Sanierung, Besucherbergwerke und mögliche neue Rohstoffprojekte sind dabei unterschiedliche Dinge.
Mehr zur Geschichte des Bergbaus im Erzgebirge · Bodenschätze im Erzgebirge · Uranbergbau der Wismut
Quellen: Welterbe Montanregion – Bergbaugeschichte, Merkblätter zur Montanregion, Teil D und Deutsche UNESCO-Kommission.
Grenzenloses Erbe · seit 2019
UNESCO-Welterbe
Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří
Seit 2019 steht die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří auf der UNESCO-Welterbeliste. Ausgezeichnet wurde eine grenzüberschreitende Kulturlandschaft, die über Jahrhunderte durch den Bergbau entstanden ist. Sie umfasst 22 Bestandteile: 17 in Sachsen und fünf auf tschechischer Seite.
Zum Welterbe gehören unterschiedliche Zeugnisse des Montanwesens: Bergbaulandschaften und Anlagen, historische Stadtbereiche sowie Einrichtungen zur Verarbeitung von Erzen und zur Wasserversorgung der Bergwerke. Die Auszeichnung würdigt auch die Entwicklung von Bergbautechnik, Verwaltung und Wissen und deren Einfluss über die Region hinaus.
Das Welterbe besteht aus ausgewählten Bestandteilen. Nicht jeder Ort und nicht jedes historische Bergwerk im Erzgebirge gehört automatisch zur Welterbestätte.
Mehr über das UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří
Quellen: Deutsche UNESCO-Kommission und UNESCO World Heritage Centre.

Orte mit Geschichte
Die Bergstädte des Erzgebirges
Freiberg, Annaberg-Buchholz, Schneeberg und Marienberg gehören zu den bekanntesten Bergstädten auf sächsischer Seite. Im böhmischen Erzgebirge erzählt unter anderem Jáchymov von der Geschichte des Silberbergbaus. Die Orte entwickelten sich auf unterschiedliche Weise, doch vielerorts sind die Folgen des Bergbaus bis heute sichtbar: in Stadtgrundrissen, Kirchen, Wohnhäusern, Halden und ehemaligen Betriebsanlagen.
Freiberg steht besonders für den frühen Silberbergbau und die Montanwissenschaften. Annaberg verdankt seinen Aufschwung reichen Silberfunden am Schreckenberg. Marienberg wurde im Zusammenhang mit dem Bergbau planmäßig angelegt. Die Bergstädte sind heute Wohn- und Arbeitsorte und zugleich Orte, an denen sich regionale Geschichte erkunden lässt.
Leben und Arbeiten
Menschen, Forschung und Wirtschaft
Wie viele Menschen leben im Erzgebirge?
Eine einheitliche Einwohnerzahl für das gesamte Erzgebirge ist schwierig anzugeben, weil Landschafts-, Kultur- und Verwaltungsgrenzen unterschiedlich gezogen werden. Für den Erzgebirgskreis weist das Statistische Landesamt Sachsen zum 30. Juni 2026 312.522 Einwohner aus. Das Landratsamt nennt eine Fläche von 1.828 Quadratkilometern. Der Landkreis ist nicht mit dem ganzen Erzgebirge gleichzusetzen; Teile der Region liegen in anderen Landkreisen und in Tschechien.
Quelle der Einwohnerzahl: Statistisches Landesamt Sachsen: monatliche Einwohnerzahlen (Excel), Bevölkerungsfortschreibung auf Basis des Zensus 2022.
Freiberg als Ort der Wissenschaft
Die Bergakademie Freiberg wurde 1765 gegründet. Sie verband die Ausbildung für Bergbau und Hüttenwesen mit wissenschaftlicher Forschung. In Freiberg wurden die chemischen Elemente Indium und Germanium entdeckt. Die heutige TU Bergakademie Freiberg knüpft mit Forschung und Lehre unter anderem zu Rohstoffen, Materialien und Energie an diese Geschichte an.
Wirtschaft zwischen Tradition und Gegenwart
Bergbau und Hüttenwesen haben die wirtschaftliche Entwicklung des Erzgebirges geprägt. Heute gehören produzierende Unternehmen, Handwerksbetriebe, Dienstleistungen und Tourismus zur Vielfalt der Region. Erzgebirgische Holzkunst verbindet handwerkliche Tradition mit Gestaltung und Produktion in der Gegenwart.
Quellen: Erzgebirgskreis – Landkreisprofil, TU Bergakademie Freiberg – Geschichte und Tourismusverband Erzgebirge – Traditionshandwerk.
Handwerk und Brauchtum
Traditionen und Kunsthandwerk
Schwibbogen, Pyramide und Räuchermann
Schwibbögen, Weihnachtspyramiden, Nussknacker und Räuchermänner gehören zu den bekanntesten Erzeugnissen erzgebirgischer Handwerkskunst. Auch Engel- und Bergmannsfiguren sind eng mit der Bildwelt der Region verbunden. Werkstätten und Familienbetriebe pflegen unterschiedliche Techniken und entwickeln ihre Formen weiter.
Viele Traditionen stehen in Verbindung mit der Geschichte des Bergbaus. Ihre Entstehung ist jedoch vielfältig: Erzgebirgische Handwerkskunst lässt sich nicht auf eine einzige Ursprungsgeschichte reduzieren.
Glück auf und Bergparaden
„Glück auf!“ ist der traditionelle Gruß der Bergleute und im Erzgebirge bis heute lebendig. Bergparaden, Bergaufzüge und andere bergmännische Veranstaltungen machen die Verbundenheit mit dieser Geschichte sichtbar. Musik, Uniformen und bergmännische Symbole gehören bei vielen dieser Veranstaltungen dazu.
Quellen: Tourismusverband Erzgebirge – Traditionshandwerk und Deutsche UNESCO-Kommission – Montanregion.
Winter und Weihnachtszeit
Winter im Erzgebirge
Verschneite Höhen, leuchtende Fenster und erzgebirgische Weihnachtskunst prägen das Bild vieler Wintertage. Die Seiffener Bergkirche zählt zu den bekannten Bauwerken der Region und ist häufiges Motiv erzgebirgischer Holzkunst. Quelle: Tourismusverband Erzgebirge.

Die Region erleben
Erzgebirge entdecken
Besucherbergwerke und Bergbaugeschichte
Besucherbergwerke eröffnen Einblicke in die Arbeit unter Tage. Führungen erklären Abbaumethoden, Werkzeuge und die Bedingungen, unter denen Bergleute gearbeitet haben. Oberirdisch erzählen Halden, Pochwerke, Huthäuser und Wasseranlagen von der langen Geschichte der Region.
Wandern und Natur erleben
Waldwege, Gipfel und Täler laden zu Ausflügen und Wanderungen ein. Der Kammweg Erzgebirge-Vogtland verbindet auf seiner Route das Osterzgebirge mit dem Vogtland und Thüringen. Daneben gibt es viele kürzere Wege, auf denen sich Natur und Bergbaugeschichte verbinden lassen.
Historische Eisenbahnen und Bergstädte
Historische Schmalspurbahnen, Museen und Altstädte bieten weitere Möglichkeiten, die Region kennenzulernen. Wer eine Tour plant, sollte vorab die aktuellen Fahrpläne, Führungszeiten und Hinweise zur Zugänglichkeit bei den jeweiligen Betreibern prüfen.
Quellen und Ausflugstipps: Tourismusverband Erzgebirge – Besucherbergwerke, Wandern im Erzgebirge und Erlebnisse im Welterbe.
Wissenswertes
Häufige Fragen zum Erzgebirge
In welchen Ländern liegt das Erzgebirge?
Das Erzgebirge liegt in Deutschland und Tschechien. Auf deutscher Seite gehört es zu Sachsen; der tschechische Name lautet Krušné hory.
Was ist der höchste Berg des Erzgebirges?
Der Keilberg/Klínovec in Tschechien ist mit 1.244 Metern der höchste Berg des Erzgebirges. Auf deutscher Seite ist es der 1.215 Meter hohe Fichtelberg.
Wann begann der Bergbau im Erzgebirge?
Zinnerz wurde nach archäologischen Erkenntnissen bereits in der Bronzezeit gewonnen. Für den mittelalterlichen Silberbergbau bei Freiberg gilt 1168 als traditionelles Anfangsjahr.
Was bedeutet Berggeschrey?
Als Berggeschrey bezeichnet man die Nachricht von reichen Erzvorkommen und den dadurch ausgelösten Zustrom von Menschen, die im Bergbau und in verbundenen Gewerben ihr Auskommen suchten.
Ist das ganze Erzgebirge UNESCO-Welterbe?
Nein. Die Welterbestätte Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří besteht aus 22 ausgewählten Bestandteilen in Sachsen und Tschechien.
Ist der Erzgebirgskreis das gesamte Erzgebirge?
Nein. Der Erzgebirgskreis ist ein sächsischer Landkreis. Das Erzgebirge als Landschaft und Kulturregion reicht über seine Grenzen und über die deutsch-tschechische Grenze hinaus.
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Quellen und weiterführende Informationen
- Regionalmanagement Erzgebirge: Geografie des Erzgebirges
- Erzgebirgskreis: Landkreisprofil
- Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří: Bergbaugeschichte
- Deutsche UNESCO-Kommission: Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří
- UNESCO World Heritage Centre: Erzgebirge/Krušnohoří Mining Region
- TU Bergakademie Freiberg: Geschichte
- Tourismusverband Erzgebirge
Redaktioneller Stand: November 2026. Zahlen mit eigenem Stichtag beziehen sich auf den jeweils genannten Zeitraum.