KALENDERARCHIV / 2012
Bergbaukalender 2012 – Skulpturen, Plastiken & Reliefs im sächsischen Bergbau
Der 19. Original Sächsische Bergbaukalender verbindet Untertageaufnahmen mit bergmännischen Skulpturen, Plastiken und Reliefs. Hauszeichen, Kirchenkunst, Denkmäler und Epitaphe zeigen die vielfältigen Darstellungen von Bergleuten im sächsischen Kulturraum.
Das Archiv enthält Titelblatt, Vorblatt, zwölf Monatsblätter und die Erläuterungsseite. Jens Kuglers vollständiger Einführungstext ist zusätzlich als lesbarer Text enthalten.
19. Ausgabe · 15 Kalenderblätter · Fotografien und Vorsatztext: Jens Kugler · Gestaltung: René König / Moxxo

TITELBLATT · 2012
Komm Sieg mit Freuden und Bergmannsherme
Das Titelblatt verbindet einen Abbau aus dem 18. Jahrhundert in der Grube Komm Sieg mit Freuden bei Halsbrücke, auf dem Komm Sieg mit Freuden Spat, mit einer Bergmannsherme in Freiberg. Die Herme befindet sich am 1903 erbauten Schutzhaus für die Goldene Pforte am Freiberger Dom.

VORSATZ · 2012
Bergmannsrelief von 1561 – Freiberg
Das Vorblatt zeigt ein Hauszeichen mit Bergmannsrelief aus dem Jahr 1561 am Haus Donatsgasse 23 in Freiberg. Unter der Darstellung steht Jens Kuglers vollständige Einführung zu Skulpturen, Plastiken und Reliefs im sächsischen Bergbau. Der Text ist anschließend vollständig lesbar wiedergegeben.
Originaltext von Jens Kugler. Zeitbezogene Angaben entsprechen der Ausgabe 2012.
Unterschiedlichste Skulpturen, Plastiken oder Reliefs, mit berg- und hüttenmännischen Darstellungen finden sich allerorten in den sächsischen Bergbaugebieten. Sie sind ein Symbol der Zugehörigkeit oder der Verbundenheit mit dem hochgeachteten und lange Zeit dominierenden Berufsstand. Viele dieser Objekte sind kulturhistorisch bedeutsam.
Im Gussverfahren hergestellte Reliefs oder Plastiken finden sich ab dem 16. Jahrhundert beispielsweise auf einzelnen Elementen von Öfen. Zeitnah haben sich aus Werksteinen gefertigte Reliefs oder Skulpturen als prächtige Hauszeichen oder Schmuckelemente erhalten. Waren es in Kirchen anfangs die verehrten Patrone, die mit berg- und hüttenmännischen Symbolen ausgestattet wurden, fanden bald Plastiken und Skulpturen der Berg- und Hüttenleute als Schmuck- oder Zierelemente den Eingang in die Gotteshäuser. Und hier finden sie sich noch heute in mannigfachen Formen an Altären, Knappschaftsgestühlen, Kanzeln, Prozessionskreuzen, Epitaphen oder Altarleuchtern. Berg- und Hüttenleute fanden als Lichterträger, aber auch als einfache Plastiken oder Skulpturen ihren Weg ebenso in unzählige Museen und Privatwohnungen. Gelegentlich findet man sie in großer Anzahl in Buckelbergwerken, bei nachgestalteten Bergparaden oder auf den erzgebirgischen Weihnachtsbergen. So vielfältig, wie die Materialien mit denen Bergleute bei ihrer Arbeit umgingen, so vielfältig sind die verwendeten Ausgangsmaterialien. Sie reichen von Holz, Werksteinen über die verschiedensten Metalle bis zu Keramik und Porzellan. Als Urheber der Werke stehen in einer Reihe der ungenannte Bergmann und der Volkskünstler neben dem weit über die sächsischen Landesgrenzen bekannten professionellen Künstler.
Kulturhistorisch wichtige montanhistorische Skulpturen und Plastiken gehen mit den Hochzeiten der montanhistorischen Entwicklung konform. Doch sind die ab dem 16. Jahrhundert überlieferten Reliefs, Plastiken und Skulpturen weder auf eine Region noch auf einen gewonnenen Rohstoff beschränkt. Und so finden sie sich gleichermaßen vom frühneuzeitlichen Silber- und Zinnerzbergbau, Kohlebergbau bis hin zum erst vor wenigen Jahren beendeten Uranerzbergbau.
Bisweilen verfolgte man bei ihrer Herstellung bestimmte Absichten, die das gesamte Spektrum von der Werbung für das aktive Montanwesen bis zu einer verklärenden Erinnerungskultur einschließen. So sind die Reliefs, Plastiken und Skulpturen mit berg- und hüttenmännischen Darstellungen eine der zahlreichen Facetten des sächsischen Montanwesens.

JANUAR · 2012
Zwitterstock Tiefer Erbstolln und Saitenmacherhaus
Altenberg, Ortsteil Geising: Die Untertageaufnahme zeigt den Zwitterstock Tiefen Erbstolln. Als Kunstwerk ist ein Relief von 1688 mit wappenhaltenden Bergleuten im Saitenmacherhaus abgebildet.

FEBRUAR · 2012
Tiefer Freudenstolln und St. Annenkirche
Annaberg-Buchholz, Ortsteil Geyersdorf: Das Blatt zeigt den Tiefen Freudenstolln. Die Bergmannsskulptur aus dem 16. Jahrhundert befindet sich als Gaffkopf über dem Eingang zur St. Annenkirche in Annaberg.

MÄRZ · 2012
Thelersberger Stolln und Bergmannsdenkmal
Brand-Erbisdorf: Grubenmauerung aus dem 19. Jahrhundert im Thelersberger Stolln auf dem Ludwig Stehenden. Dazu zeigt das Blatt Bergmänner mit dem Stadtwappen am Bergmannsdenkmal von 1924 auf dem Marktplatz von Brand-Erbisdorf.

APRIL · 2012
St. Georgen und Kanzelträger Sebastian Kraus
Schneeberg: Die Untertageaufnahme zeigt eine Strecke aus dem 16. Jahrhundert im Bereich der Grube St. Georgen. Die Skulptur des Bergmanns Sebastian Kraus von 1911 dient als Kanzelträger in der Stadtkirche Schneeberg-Neustädtel. Sie stammt von Ernst Dagobert Kaltofen (1841–1922).

MAI · 2012
Tiefer Bünau Stolln und Epitaph Lorenz Görl
Altenberg, Ortsteil Zinnwald: Das Blatt zeigt die Reichtroster Weitung im Tiefen Bünau Stolln. Die ergänzende Darstellung ist das Epitaph für den Obersteiger Lorenz Görl auf dem Friedhof in Zinnwald.

JUNI · 2012
Gottes Geschick und St. Georg
Die Untertageaufnahme zeigt Mauerung im Bereich der oberen Radstube der Grube Gottes Geschick am Neuen Kunstschacht in Raschau-Markersbach, Ortsteil Langenberg. Die bergmännische Plastik im Gitter der Stadtkirche St. Georg in Schwarzenberg schuf der Schlossermeister Zacharias Georgi 1709/10.

JULI · 2012
Löffler Stolln und Goldene Pforte
Halsbrücke, Ortsteil Conradsdorf: Mauerung im Mundlochbereich vom Löffler Stolln. Dazu zeigt das Blatt die Bergmannsherme am 1903 erbauten Schutzhaus für die Goldene Pforte am Freiberger Dom.

AUGUST · 2012
Anna Stolln und Wohnhausschmuck in Freiberg
Halsbrücke: Anna Stolln beim Anna Straßenschacht auf dem Halsbrücker Spat. Die Plastik aus dem 20. Jahrhundert folgt einem Motiv von Eduard Heuchler (1799–1879) und dient als Wohnhausschmuck auf dem Roten Weg in Freiberg.

SEPTEMBER · 2012
Thelersberger Stolln und Bergmannsskulptur
Brand-Erbisdorf: Grubenmauerung aus dem 19. Jahrhundert im Thelersberger Stolln beim Hilfe des Herrn Spat und Flachen. Die lebensgroße Bergmannsskulptur aus der Zeit um 1585 steht in der Stadtkirche von Erbisdorf und stammt vom Bildhauer Samuel Lorenz.

OKTOBER · 2012
Hiob Erbstolln und Schloss Lauenstein
Altenberg, Ortsteil Lauenstein: Die Untertageaufnahme zeigt den Hiob Erbstolln bei Bärenstein. Das Relief aus dem 17. Jahrhundert befindet sich am Eingangsportal zum Schloss Lauenstein.

NOVEMBER · 2012
Tiefer Hilfe Gottes Stolln und Herdergasse
Die Untertageaufnahme entstand im Tiefen Hilfe Gottes Stolln auf dem Hilfe Gottes Spat bei Großschirma, Ortsteil Obergruna. Die Bergmannsherme aus der Zeit um 1650 steht am Wohnhaus des Oberberghauptmanns Sigismund August Wolfgang Freiherr von Herder (1776–1838) in der Herdergasse in Freiberg.

DEZEMBER · 2012
Weißtauber Stolln und St. Marien
Marienberg, Ortsteil Hüttengrund: Das Blatt zeigt den Weißtauber Stolln. Die Bergmannsskulptur steht in der Kirche St. Marien in Marienberg.

ERLÄUTERUNGEN · 2012
Bildbeschreibungen und Originalimpressum
Die Erläuterungsseite ordnet die Untertageaufnahmen und die Skulpturen, Plastiken und Reliefs dem Titel, Vorblatt und den zwölf Monaten zu. Sie enthält die Orts-, Werk- und Künstlerangaben sowie das Originalimpressum mit ISBN und Herstellungsnachweisen.